How to Riester-Rente

Der gesamte Beitrag befindet sich noch im Aufbau!

Was ist die Riester-Rente?

Wenn man von Riester-Rente spricht, ist eine staatlich geförderte Form der Altersversorgung gemeint. Ausgedacht hat sich das der Politiker Walter Riester, der als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung diese Förderung der freiwilligen Altersvorsorge eingeführt hat. Warum gibt es Riester? Im Zuge der Rentenreform ab dem Jahr 2000 wurde die gesetzliche Rente gekürzt weil das Umlageverfahren der gesetzlichen Rente keine Zukunft mehr hat. Deshalb musste eine neue Form der Altersversorgung eingeführt werden. Vereinfacht gesagt, soll die Riester-Rente die durch die Reform entstandene Lücke der gesetzlichen Rente auffangen. Das gemeine daran. Die gesetzliche Rente ist (in der Regel) Pflicht. Die Riester-Rente, welche diese Lücke auffangen soll, ist freiwillig und privatisiert. Also konkret bedeutet das: jeder Deutsche, der keine Riester-Rente hat, hat vom System aus weniger Geld im Alter. Und der Staat hat das Problem einfach privatisiert (siehe nachfolgende Abbildung).

Riester-Rente

Abbildung 1: Auszug aus dem Altersvermögensgesetz. Hieraus wird ersichtlich, dass zumindest jeder Angestellte riestern sollte, um die durch die Rentenreform entstandene Lücke auszugleichen. [WIK1]

Wie funktioniert die Riester-Rente?

Optimaler Beitrag

Um optimal zu riestern, solltest du 4% deines sozialversicherungspflichtigen Vorjahresbrutto abzüglich deiner Zulagen in den Vertrag einzahlen.

Vertragsform

Du bekommst die Riesterförderung für verschiedene zertifizierte Riester-Produkte: Sparbuch, Fondssparplan, Bausparvertrag, Rentenversicherung und betriebliche Altersvorsorge.

Auszahlung

Ab dem 62. Lebensjaht bekommst du eine lebenslange Rente und kannst wahlweise 30% des Guthabens förderunschädlich zur freien Verwendung entnehmen.

Todesfall

Stirbst du während der Sparphase, kann das Guthaben an deine Hinterbliebenen übertragen werden. Stirbst du im Rentenbezug, bekommen deine Hinterbliebenen je nach Vertrag noch eine Rente.

Förderung

Der Vertrag wird durch Zulagen und für Gutverdiener zusätzlich noch durch Steuerentlastungen gefördert.

Garantie

Zu Rentenbeginn müssen die eingezahlten Beiträge und die Zulage ganrantiert sein.

Um die Riesterförderung nutzen zu können, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein und dein Job muss spezielle Kriterien erfüllen (vereinfacht gesagt können hauptsächlich Angestellte und die meisten Eheleute riestern – dazu später mehr).

Grundsätzlich musst du ein mal Geld von deinem Netto in einen Vertrag sparen. Um die volle Förderung zu bekommen musst du 4% von deinem sozialversicherungspflichtigem Vorjahresbruttoverdienst in den Vertrag einzahlen. Keine Sorge, du bekommst später ein Beispiel, dann wird es dir klarer.

Welcher Vertrag (korrekt begünstigte Anlageform genannt) das ist, kommt auf dich als Person an. Bist du eher risikobereit oder sehr konservativ? Willst du ein mal Wohneigentum erwerben? Hast du bereits eine Familie oder planst du eine Familie? Alle diese Faktoren beeinflussen letztendlich die für dich passende Auswahl des Riester-Vertrags. Insgesamt gibt es 5 gängige Möglichkeiten die Riesterförderung zu nutzen (Bank-Riester, Fonds-Riester, Wohn-Riester, Versicherungs/Renten-Riester und du kannst die Förderung auch noch für deine betriebliche Altersvorsorge bekommen). Auf jede einzelne Möglichkeit gehen wir natürlich weiter unten noch ein!

Dein Riestervertrag wird grundsätzlich durch zwei Arten gefördert. Zum einen durch eine Zulage, die dir der Staat (besser gesagt die zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA)) jährlich direkt auf deinen Vertrag überweist. Zum Anderen kannst du die Beiträge zu deinem Riestervertrag (egal für welchen du dich entscheidest) steuerlich geltend machen. Du kannst diese Beiträge also als Sonderausgaben zusätzlich absetzen [LOH1].

Von deinem angesparten Guthaben deines Riester-Vertrags müssen mindestens 70% verrentet werden, also als lebenslange Rente ausbezahlt werden. Dazu werden die 70% (wenn du nicht schon einen Renten-Riester hast) in eine Rentenversicherung gewandelt. Die restlichen 30% kannst du dir förderunschädlich (also ohne dass du die erhaltene Förderung und die Steuerrückerstattungen zurückzahlen musst) ausbezahlen lassen. Du kannst aber natürlich auch das komplette Kapital als lebenslange Rente ausbezahlen lassen. Das gilt bei allen Formen der Riester-Verträge außer für den Wohn-Riester.

Bei dem Wohn-Riester hast du in der Ansparphase die staatliche Förderung ja auf einen Bausparvertrag bekommen. Da du diesen für eine Immobilie etc. genutzt hast, bekommst du daraus ja keine lebenslange Rente mehr. Aber wenn alle anderen Riester-Verträge nachgelagert besteuert werden, wie wird dann der Wohn-Riester nachgelagert besteuert? Die Antwort: für den Wohn-Riester wird ein sogenanntes Wohnförderkonto erstellt und du musst später in der Rente noch zusätzlich Steuern zahlen, dafür dass du den Wohn-Riester genutzt hast. Sprich du musst von deiner sonstigen Rente noch Geld bezahlen!

Egal ob Rente oder die 30% Einmalzahlung und 70% Rente oder Wohn-Riester. Alles muss versteuert werden aber es werden keine Sozialversicherungsbeiträge wie beispielsweise bei der betrieblichen Altersvorsorge fällig. Mehr Infos dazu findest du weiter unten.

Du bekommst die Riester-Rente immer lebenslang. Also solange du lebst, wirst du auch die Rentenzahlungen bekommen. Was passiert aber wenn du mit 67 Jahren die Riester-Rente bekommst und mit 68 Jahren stirbst. Dann war es doch ein schlechter Deal für dich, oder? Nicht ganz! Dafür gibt es die sogenannte Rentengarantiezeit. Sie ist vertraglich vereinbart und gibt an, wie lange deine Riester-Rente ausbezahlt wird, auch wenn du schon gestorben bist. Hast du beispielsweise 20 Jahre Rentengarantiezeit und du stirbst mit 68 Jahren, dann bekommen deine Hinterbliebenen noch weitere 19 Jahr (weil du ja bereits 1 Jahr Rente bekommen hast) deine Rente ausbezahlt. Achte also in deinem Vertrag auf die Rentengarantiezeit.

Wieviel Riester-Förderung bekomme ich?

Du hast Anspruch auf deine Grundzulage. Diese beträgt bis zu 175,00 € pro Jahr. Des Weiteren bekommst du noch für jedes Kind eine jährliche Zulage von 300,00 € (für Kinder die vor dem 01.01.2008 geboren sind bekommst du 185,00 € pro Jahr). Deine Grundzulage steht dir immer zu, die Kinderzulage nur, solange die Kinder auch Kindergeld bekommen. [VER]

Alle unter 25 jährigen, die Riester-Förderberechtigt sind und einen Riester-Vertrag abschließen, bekommen einmalig 200,00 € Berufseinsteigerbonus bezahlt. Achte bitte darauf den optimalen Betrag in deinen Riester-Vertrag ein zu bezahlen ansonsten wird dir der Bonus anteilig gekürzt. Mehr dazu findest du weiter unten bei der Riester-Formel.

Deine Beiträge zum Riester-Vertrag kannst du steuerlich als Sonderausgaben geltend machen. Das ist der Grund warum sich Riester sowohl für Gering-Verdiener als auch für Gut-Verdiener lohnt. Das Finanzamt prüft deine Sonderausgaben und macht eine sogenannte Günstigerprüfung. Dadurch werden die Gering-Verdiener durch die Zulage gefördert (diese müssen weniger Sparen um die volle Zulage zu bekommen) und die Gut-Verdiener werden durch die hohe Steuerrückerstattung gefördert (diese müssen viel mehr Sparen um die volle Zulage zu bekommen).

Wer darf riestern?

Your Content Goes Here

Was bedeutet bei Zulageberechtigung unmittelbar oder mittelbar?

Unmittelbar förderberechtigt bist du, wenn du zu dem förderberechtigten Personenkreis (siehe Abschnitt darüber) gehörst. Du hast also Anspruch auf deine Zulage und kannst die Beiträge zum Riester-Vertrag steuerlich geltend machen.

Mittelbar förderberechtigt bist du, wenn du selbst nicht zum förderberechtigten Personenkreis gehörst aber mit deinem Förderberechtigtem verheiratet bist. Sprich du kannst die Riester-Förderung auch in Anspruch nehmen, wenn dein Partner unmittelbar förderberechtigt ist. Als mittelbar Förderberechtigter kannst du allerdings nur den Sockelbetrag von 60,00 € im Jahr einzahlen um deine Grundzulage zu bekommen. Steuerlich hat dann dein Riester-Vertrag keine Auswirkungen mehr.

Riester-Formel

Mit Hilfe der Riester-Formel kannst du deinen individuellen Beitrag für deinen Riester-Vertrag ausrechnen um die volle Zulage zu erhalten. Kurzer Hinweis zu Beginn: maximal förderfähig ist eine Einzahlung von 160,42 € pro Monat mindestens musst du aber 5,00 € pro Monat sparen, sodass du Anspruch auf die Zulage hast. Solltest du zu wenig einbezahlen, wird deine Zulage einfach anteilig gekürzt.

Wie wird die Riester-Rente berechnet?

Um die volle Zulage vom Staat zu bekommen, musst du in dem aktuellen Jahr exakt 4% von deinem sozialversicherungspflichtigen Vorjahresbrutto einzahlen. Woher du diese Zahl bekommst, kannst du hier nach schauen.

Da dein Riester-Vertrag ja aber staatlich durch eine Zulage gefördert wird, kannst du diese Zulage von deinen 4% abziehen. Das siehst du in der Formel (1). Du musst also 4% von deinem SV-Brutto vom Vorjahr ausrechnen und dann von diesem Ergebnis deine Zulage abziehen. Welche Zulagen dir zustehen, findest du hier.

Anschließend teilst du dein Ergebnis noch durch 12 Monate und du hast deinen monatlichen Beitrag zu deinem Riester-Vertrag, um die volle Zulage zu erhalten. Aber Vorsicht! Wenn du deinen Riester-Vertrag unterjährig startest, also zum Beispiel im April, dann musst du bei der Berechnung berücksichtigen, dass du ja schon 3 Monatsbeiträge verpasst hast. Also die Beiträge für Januar bis März. Daher solltest du diese 3 Beiträge als Sonderzahlung in deinen Riester-Vertrag einzahlen. Aber jetzt genug Theorie sondern ein paar Beispiele:

Riester-Formel

Beispiele Riester-Formel

Das erste Beispiel (2) zeigt einen Single, der 35.000 € SV-Brutto hat und 30 Jahre alt ist. Er muss also 4% von seinem SV-Brutto vom Vorjahr einzahlen. Davon werden dann seine Zulagen abgezogen. Da er Single ist hat er nur Anspruch auf die Grundzulage von 175,00 €. Also werden diese von dem Ergebnis abgezogen. Das Ergebnis wird dann durch 12 Monate geteilt. Dieser Single muss also 102,08 € pro Monat ein den Vertrag einzahlen, um die volle Grundzulage in Höhe von 175,00 € pro Jahr zu bekommen.

Beispiel 1 Riester-Formel

Das zweite Beispiel (3) zeigt ebenfalls einen Single, welcher aber unter 25 Jahre alt ist. Daher bekommt dieser zu der Grundzulage die jährlich gutgeschrieben wird noch einmalig den Berufseinsteiger-Bonus in Höhe von 200,00 €. Also bekommt er in Summe 375,00 € Zulage. Daher müssen bei der Berechnung von den 4% des SV-Bruttos Vorjahr 375,00 € abgezogen werden und das Ergebnis dann durch 12 geteilt werden. Achtung! Im darauffolgenden Jahr steht im kein Berufseinsteiger-Bonus mehr zu, dann muss der optimale Beitrag wie in Formel (2) berechnet werden.

Beispiel 2 Riester-Formel

Das dritte Beispiel (4) zeigt eine Mutter (12.000 € SV-Brutto Vorjahr) mit 2 Kinder die nach 2008 geboren sind. Daher stehen ihr ihre Grundzulage in Höhe von 175,00 € zu und zwei mal die Kinderzulage in Höhe von 300,00 € pro Jahr zu. Das bedeutet, ihr Vertrag wird im Optimal-Fall mit 775,00 € pro Jahr gefördert! Hier wird ersichtlich, dass sich Riester auch für Gering-Verdiener lohnen kann. Da diese hohe Zulage in der Riester-Formel zu einem negativen Ergebnis führt, muss sie lediglich den Sockelbeitrag von 5,00 € pro Monat oder 60,00 € pro Jahr sparen. Sie bekommt also für 60,00 € pro Jahr eigene Sparleistung 775,00 € pro Jahr vom Staat.

Beispiel 3 Riester-Formel

Begünstigte Anlageformen

Anbei findest du eine detaillierte Beschreibung zu allen möglichen Riester-Verträgen. Alle Anlageformen werden steuerlich gleich gefördert. Das bedeutet du kannst deine Beiträge als Sonderausgaben geltend machen, egal für welches Produkt du dich entscheidest. Auf alle Verträge wird ebenso deine Zulage vom Staat (bzw. von der ZfA) überwiesen. Alle Produkte haben Vor- und Nachteile. Anhand der nachfolgenden Übersicht kannst du dir ein neutrales Bild von den Produkten machen.

Bei dem Bank-Riester schließt ihr einen Banksparplan ab. Dieser Sparplan wird aktuell vergleichsweise schlecht verzinst hat aber auch keine bis kaum Kosten. Auf dieses Sparbuch zahlt ihr euren Beitrag ein und dorthin bekommt ihr auch die Zulage von der ZfA überweisen. Eure Beiträge könnt ihr als Sonderausgaben geltend machen. So spart sich euer Sparbetrag inklusive der Zulagen bis zur Rente an. Zu Rentenbeginn müsst ihr euch das gebildete Kapital (mindestens 70% davon) verrenten lassen. Die Rente muss zu 100% versteuert werden. Zu diesem Zweck muss zu diesem Zeitpunkt zu den dann gültigen Konditionen (Stichwort Langlebigkeitsrisiko, Sterbetafel) eine Rentenversicherung abgeschlossen werden. Dafür wird ein großer Teil eures Guthabens verwendet.

Fazit:

  • Absolut sichere Geldanlage. Sowohl für deine Beiträge als auch für die Zulage.
  • 100% Sicherheit, 0,…% Rendite (was das bis zur Rente für dich ausmacht, liest du hier).
  • Das gesparte Guthaben muss lebenslang verrentet werden. Dafür muss das Guthaben für eine Rentenversicherung investiert werden. Hierdurch entstehen Kosten.
  • Die Kosten für eine solche Rentenversicherung werden in Zukunft höher sein als heute, da die Menschen tendenziell älter werden und die Versicherung somit ein höheres Langlebigkeitsrisiko hat. Das Risiko, dass die Rente länger bezahlt werden muss, weil die Menschen älter werden.

Der Fonds-Riester stellt ein Fonds-Sparplan dar, der riestergefördert ist.  Das bedeutet in der Theorie, dass du ein Depot bekommst und Fonds besparst. Jährlich bekommst du dann deine Zulage, welche ebenfalls in deine Fonds investiert wird. Praktisch ist es aber so, dass aufgrund der Beitragsgarantie von Riester-Verträgen (deine Einzahlungen und die Zulage müssen zur Rente garantiert sein) nur ein Bruchteil deiner Beiträge auf die Fonds gespart werden kann. Ein Großteil muss trotz des Produkts Fonds-Riester konservativ also sicher angelegt werden.

Da jeder Riester-Vertrag (bis auf den Wohn-Riester) verrentet werden muss, wird aus dem in deinem Fonds angesparten Guthaben zur Rente eine Rentenversicherung abgeschlossen. Das kostet dich richtig viel von deinem Guthaben. Aus dem Rest wird dann eine lebenslange Rente.

Fazit:

  • Dein Sparbetrag und die Zulage werden teilweise in Fonds investiert.
  • Das Fonds über lange Laufzeit in der Regel eine sehr gute Rendite haben, hast du eine gute Wertentwicklung.
  • Fonds sind nicht sicher. Daher muss ein Großteil deines Sparbetrags trotzdem sicher angelegt werden.
  • Aus dem Fondsguthaben muss eine Rentenversicherung abgeschlossen werden. Hier entstehen hohe Kosten.
  • Da die laufenden Fondskosten immer prozentual vom Fondsguthaben sind, steigen die jährlichen Kosten mit deinem Guthaben an.

Der Wohn-Riester ist ein Bausparvertrag, der riestergefördert ist. Jeder Bausparvertrag teilt sich auf in die Sparphase und die Darlehnsphase. In der Sparphase sparst du Geld in deinen Bausparvertrag. Im Optimalfall den maximalen Riester-Beitrag von 160,42 € pro Monat. Dafür bekommst du deine Zulage auch in den Bausparvertrag überweisen. Deine Beiträge kannst du ebenfalls als Sonderausgabe steuerlich geltend machen.

Ist der Bausparvertrag zuteilungsreif kannst du das Darlehn in Anspruch nehmen und beginnst mit der Tilgung. Im Optimalfall tilgst du auch nur den maximalen Riester-Beitrag von 160,42 € pro Monat. Dafür hilft die der Staat und du bekommst die Zulage als Tilgungshilfe. Auch deine Tilgung kannst du als Sonderausgaben geltend machen. Wenn du fertig getilgt hast, endete das Produkt Wohn-Riester ohne dass du nachgelagert besteuert wurdest.

Daher wird beim Wohn-Riester ein sogenanntes Wohnförderkonto gebildet. Hier wird während der Laufzeit des Bausparvertrags deine Steuerlast virtuell aufgezinst. Mit Renteneintritt wird dein Wohnförderkonto aufgelöst und du musst monatlich deine fiktive Steuerschuld zurück zahlen. Konkret bedeutet das, dass du von deiner Rente monatlich beispielsweise noch 60,00 € Steuern zahlen musst.

Fazit:

  • Wohn-Riester ist ein staatlich geförderter Bausparvertrag.
  • Die Kosten sind überschaubar. In der Regel nur die vergleichsweise geringen Abschlusskosten und die jährlichen Kontoführungsgebühren.
  • Der Staat hilft dir durch die Zulage sowohl beim Ansparen als auch beim Tilgen des Bauspar-Darlehns.
  • Der Wohn-Riester wird nachgelagert durch das sogenannte Wohnförderkonto besteuert. Im Alter musst du zusätzlich Steuern zahlen, weil du den Wohn-Riester genutzt hast.
  • Der Wohn-Riester lohnt sich in der Regel für Familien mit mehreren Kindern wegen der zusätzlichen Kinderzulagen.

Vorneweg: aus jedem Riester-Vertrag (außer dem Wohn-Riester) muss zu Rentenbeginn in eine Rentenversicherung gewandelt werden!

Die Riester-Rente ist eine Rentenversicherung welche Riester-Gefördert ist. Du sparst also Geld in eine Rentenversicherung und bekommst in den Vertrag auch die jährliche Zulage bezahlt. Aus dem bis zur Rente gebildeten Guthaben wird eine heute schon garantierte Rente gebildet. Die Höhe der Rente hängt von dem sogenannten Rentengarantiefaktor (der bei guten Verträgen unveränderlich ist) ab. Der Rentengarantiefaktor sagt aus, wieviel monatliche Rente du bei welchen Guthaben zum Stichtag der verrentung bekommst. Hast du beispielsweise einen Rentengarantiefaktor von 25,00 € je 10.000,00 € gebildetem Kapital, bekommst du bei einem Ablaufkapital von beispielsweise 150.000,00 € eine lebenslange Rente von 375,00 € (150.000,00 € / 10.000,00 € mal 25,00 €). Auf diese garantierte Rente kommen in der Regel noch Überschussbeteiligungen drauf.

  • Dein Sparbetrag und die staatliche Förderung werden im Mantel einer Rentenversicherung angelegt.
  • Du kannst in der Regel raussuchen ob dsas Geld konservativ oder etwas risikoreicher angelegt wird.
  • Wegen der Beitragsgarantie kommen dafür aber nur bestimmte sichere Fonds in Frage.
  • Für die Verrentung vom Guthaben hast du einen in der Regel heute schon garantierten Rentengarantiefaktor.
  • Diese Garantie kostet Geld. Daher hast du bei einer Riester-Rentenversicherung vergleichsweise hohe jährliche Kosten.
  • Da diese Kosten aber von deinem monatlichen Beitrag abhängen, bleiben diese in der Regel gleich hoch.

Die Riester-Förderung kannst du auch mit deiner betrieblichen Altersvorosrge (bAV) in Anspruch nehmen. Das ist allerdings eher untypisch. Der Arbeitgeber ist aber verpflichtet eine betriebliche Altersvorsorge mit Reister-Förderung an zu bieten. [AXA]

Kosten der Produkte

Da die Riester-Produkte staatlich geförderte Produkte sind, gibt es für jedes Produkt gesetzlich vorgeschriebene Kosteninformationen um die Produkte vergleichbar zu machen. Diese nennen sich Produktinformationsblatt (PIB) und werden vor Vertragsabschluss mit den weiteren Vertragsunterlagen ausgehändigt. Hier kannst du alle Kosten im Vertrag überschauen. Beachte allerdings, dass die PIBs vom Aufbau her normiert sind und für manchen Produkte wenig Sinn machen. In der Regel (außer beim Wohn-Riester) setzen sich die Kosten im Vertrag immer aus den Abschluss- und Vertribeskosten und den jährlichen Verwaltungskosten (in der Ansparphase und in der Auszahlphase) zusammen. Du wirst nachher sehen, warum das in dieser Form wenig aussagekräftig ist. Die Transparenz, die der Gesetzgeber damit erreichen wollte, sorgt oft noch für mehr Verwirrung (Beispiel Renten-Riester und Fonds-Riester). Die Abschluss- und Vertriebskosten werden dem Vertrag über die ersten 10 Jahre verteilt belastet. Die Verwaltungskosten werden jährlich abgezogen.

Hier bekommst du die Erklärung zu dem PIB: Bundesfinanzministerium PIB

Der Bank-Riester hat quasi keine Kosten, dafür aber auch keine Rendite. Aktuell gibt es fürs Sparbuch 0,…%. Das über 40 Jahre macht (aus meiner Sicht) keinen Sinn. Dieses Produkt ist für alle die Kosten sparen wollen. Aber die höchsten Kosten hat man bekanntlich da, wo man auf den ersten Blick keine hat.

Bei dem Fonds-Riester kann nur das gebildete Kapital bei einer beispielhaft angenommenen Verzinsung ausgewiesen werden, weil ein Fondssparplan ja keine Rentenversicherung ist. Da aber jeder Riester-Vertrag (bis auf den Wohnriester) als lebenslange Rente ausbezahlt werden muss, muss mit einem Teil des gebildeten Kapitals wenn du in Rente gehst eine Rentenversicherung zu den dann gültigen Konditionen abgeschlossen werden. Das bedeutet, dass stand heute schon ca. 31% deines Guthabens an Kosten (Stand 2017 [BIE]) für den Abschluss der Rentenversicherung benötigt werden um die vorgeschriebene Rentengarantie für die vorausgesetzte lebenslange Rente zu verwirklichen.

Da bei jedem Riester-Vertrag die Beitragsgarantie gilt, müssen deine eingezahlten Beiträge plus due Zulage vom Staat zur Rente ja garantiert sein. Daher kann ein Fonds-Riester nicht 100% deiner monatlichen Beiträge auf Fonds investieren. Zur Zeit ist es sogar so, dass dadurch nur ein Bruchteil deiner Beiträge auf Fonds investiert werden können. Das ist auch der Grund, warum viele Fonds-Riester-Anbieter das Produkt nicht mehr anbieten (können).

Weiter unten im PIB siehst du welche Kosten im Vertrag entstehen. Die Abschluss- und Vetriebskosten werden dem Vertrag in der Regel über die ersten 10 Jahre berechnet und direkt von deinem Guthaben abgezogen. In diesem Beispiel wären das 226,79 € pro Jahr. Im 11. Jahr entstehen die Kosten nicht mehr. Des Weiteren hast du jährliche Verwaltungskosten welche sich prozentual von deinem Guthaben im Vertrag ergeben. Und hier stößt das PIB an seine Grenzen. Im ersten Jahr sind das bei diesem Beispiel 18,88 € (da in dem Beispiel der monatliche Beitrag 85,00 € sind, also 1.020,00 € pro Jahr sind das vereinfacht gesagt 1,85%). Im zweiten Jahr wären 1,85% vom Guthaben (85,00 € mal 24 Monate = 2.040,00 €) 37,74 € jährliche Verwaltungskosten. Alles noch im Rahmen. Was ist aber, wenn du in 30 Jahren ein Guthaben von beispielsweise 100.000,00 € im Vertrag hast. Dann sind die jährlichen Verwaltungskosten schon bei 1.850,00 € pro Jahr.

Quelle: Muster-PIB von Union Investment

Da der Wohn-Riester ein Bausparvertrag ist, fallen dort nur die einmaligen Abschlusskosten und die jährlichen Verwaltungskosten (ein paar Euro) an. Die Abschlusskosten müssen auch wieder in der Regel über die ersten 5 Jahre verteilt werden. In dem Beispiel sind das 480,00 € Abschlusskosten, welche über 5 Jahre dem Guthaben berechnet werden. Die Verwaltungskosten betragen hier jedes Jahr 18,00 €. Auch hier zeigt sich wieder die Idiotie (meine Meinung) des vom Gesetzgeber vorgeschriebenen PIBs. Unter dem Punkt Auszahlungsphase steht eben der Hinweis auf die Pflicht zur Verrentung des Wohn-Riester-Guthabens. Dazu wird es aber in der Regel nicht kommen, da der Wohn-Riester-Bausparvertrag ja zum Bauen oder Kaufen genutzt werden soll. Das Guthaben wird nur dann verrentet, wenn der Vertrag nicht in Anspruch genommen wurde. Und dann ist die Geldanlage mit 0,1 % (siehe nachfolgende Abbildung) unterirdisch.

Link zu einem Wohn-Reister PIB der LBS

Die Kosten bei der Riester-Rente setzen sich aus den Abschluss- und Verrtiebskosten und den jährlichen Verwaltungskosten zusammen. Da die Kosten hauptsächlich von deinem Monatsbeitrag abhängen, verändern sich die jährlichen Verwaltungskosten im Vergleich zu dem Fonds-Riester nicht mehr sonderlich. Somit hast du bei der Riester-Rente eine kalkulierbarere Kostenstruktur. Da du bei der Riester-Rente einen vertraglich garantierten Rentengarantiefaktor hast, ist die Riester-Rente das einzige Produkt mit einer schon heute vertraglich garantierten monatlichen Rentenzahlung (siehe Abbildung oben). Diese hängt je nach Anlagestrategie von einer Wertentwicklung der Geldanlagen im Vertrag ab (beispielhafte Wertentwicklung pro Jahr).

In diesem Beispiel fallen Abschluss- und Vertriebskosten in Höhe von 1.378,73 € an. Diese werden über die ersten 10 Jahre von deinem Guthaben abgezogen. Die jährlichen Verwaltungskosten von 135,60 € werden ebenso deinem Guthaben jedes Jahr abgezogen. Diese Verwaltungskosten hängen hauptsächlich von deinem Monatsbeitrag ab und ändern sich nur dann maßgeblich, wenn du deinen Monatsbeitrag erhöhst.

Quelle: PIB Generali Riester-Rente 85,00 € Monatsbeitrag, 40 Jahre Laufzeit

Da die betriebliche Altersvorsorge auch eine Rentenversicherung ist, verhält es sich ähnlich wie bei der Rentenversicherung.

Steuerliche Betrachtung der Riester-Förderung

In der Ansparphase:

Um deine Beiträge zum Riester-Vertrag steuerlich als Sonderausgaben geltend zu machen, trägst du die Werte in der Anlage AV bei deiner Steuererklärung ein.

Zeile 1 bis 3: hier trägst du deine persönlichen Daten ein. Die Steuernummer bekommst du vom Finanzamt wenn du das erste Mal deine Steuererklärung machst. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Steueridentifikationsnummer, welche jedem Deutschen direkt nach der Geburt zugewiesen wird.

Zeile 5 oder 15: hier trägst du ein ob du unmittelbar oder mittelbar begünstigt (also Zulagenberechtigt) bist. Was auf dich zutrifft findest du weiter oben bei: „Was bedeutet bei Zulagenberechtigung unmittelbar oder mittelbar?“.

Ab Zeile 16: hier trägst du die Anzahl deiner Kinder ein für welche ihr Kindergeld bekommen habt. Dadurch bekommst du dann pro Kind die Kinderzulage.

Zeile 31: vorsicht! Fahrschulfrage. Für nachfolgende Altersvorsorgeverträge möchte ich keinen Sonderausgabenabzug geltend machen. Wenn du hier ja einträgst, wirkt sich dein Riester-Vertrag steuerlich nicht aus. Also hier leer lassen.

Ab Zeile 32: hier trägst du die Daten von deinem Riester-Vertrag ein. Sowohl die Anbieternummer als auch die Zertifizierungsnummer bekommst du vom Anbieter. Die Vertragsnummer findest du in deinen Unterlagen oder in der Regel auf deinem Kontoauszug bei der Abbuchung deiner Beiträge zum Vertrag.

Mehr Infos zu dem Thema findest du hier bei Steuertipps.de.

Dein Riester-Anbieter muss deine Beiträge jedes Jahr automatisch ans Finanzamt melden. Dadurch könnten man ja meinen, dass das Finanzamt weis, was du gespart hast und deine Beiträge automatisch steuerlich berücksichtigt. Das ist nicht der Fall. Nur wenn du die Anlage AV einreichst, werden deine Beiträge steuerlich berücksichtigt.

In der Bezugsphase:

Jede Rente die du in Deutschland bekommst muss versteuert werden. Manche mehr (gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge, Riester-Rente, Basis-Rente), manche weniger (private Altersvorsorge).

Das gemeine daran: du bekommst deine Rente monatlich erst ein mal Netto ausbezahlt. Und nach dem ersten Jahr als Rentner musst du eine Steuererklärung machen und in der Regel rückwirkend für das erste Rentnerjahr Steuern für dein Renteneinkommen zahlen. Das weis so ziemlich niemand und jeder Rentner kommt in finanzielle Not, wenn die erste Steuernachzahlung bescheinigt wird.

Für alle, die ihre Rente ab 2040 in Anspruch nehmen, muss die Riester-Rente zu 100% versteuert werden. Das bedeutet ganz einfach, wenn du als Rentner beispielsweise einen Steuersatz von 20% hast und du aus deiner Riester-Rente monatlich 800,00 € nekommst, dann musst du 160,00 € (20% von 800,00 €) Steuern zahlen.

Dein Steuersatz als Rentner hängt natürlich davon ab, wieviel Einkommen du als Rentern hast. Hast du eventuell noch Einkünfte aus Vermietung oder aus Kapitalertrag, dann erhöht sich dein Steuersatz und du musst mehr Steuern bezahlen. Und ja, auch die gesetzliche Rente muss dann zu 100% versteuert werden.

Beim Riester gilt: der Staat gibt dir in der Ansparphase und nimmt dir in der Bezugsphase. Die Rechnung gehr aber auf, weil die Ansparphase in der Regel länger als die Bezugsphase ist.

Um die Vorteile der Riester-Rente noch optimaler zu nutzen, solltest du die jährliche Steuerrückerstattung gewinnbringend anlegen. Zum Beispiel in Aktien oder Investmentfonds. Das hängt natürlich von deiner persönlichen Risikoneigung ab. Wenn du das Geld aber nicht beiseite legst wird es in der Regel immer für irgendein Konsum ausgegeben. Schade drum!

Was ist beim Riester vertraglich zugesichert?

Riester-Vertrag

  • Beitragsgarantie. Die Eingezahlten Beiträge inklusive der Zulagen müssen sicher angelegt sein.
  • Aus dem Riester-Vertrag muss eine lebenslange Rente gebildet werden (Ausnahme Wohnriester).
  • Die Rente kann frühestens mit 62 (60, bei Vertragsbeginn vor dem 01.01.2012) in Anspruch genommen werden.
  • Die Abschluss- und Vertriebskosten müssen mindestens auf 5 Jahre verteilt werden.
  • Du bekommst jedes Jahr eine umfangreiche Übersicht über dein Guthaben (Einzahlungen plus Verzinsung minus Kosten).

  • Das Riester-Guthaben ist Hartz-IV-Sicher. Im Falle einer Insolvenz gehört das Guthaben nicht zur Insolvenzmasse.